Vlies Kultur

 

Schätze der Kunst in Gehrden


Im Land zwischen Egge und Weser bilden Öse und Nethe eine der
schönsten Flusslandschaften unserer ostwestfälischen Heimat.
Diese ist aber nicht nur schön, sondern auch kulturell bedeutsam
mit reicher Geschichte und vielen Werken der Kunst.


In ihrer Mitte, nicht nur geografisch, sondern auch kunsthistorisch
gesehen, liegt Gehrden - seit 1142 Heimat eines Konvents der
Benediktinerinnen und seit 1319 Titularstadt. Der Kloster-
geschichte, die 1810 endete, verdankt Gehrden einen großen
Reichtum, eine Vielzahl vor allem sakraler Kunst aus den Zeiten
der Gotik und des Barock, aber auch aus neuerer Zeit. Wir finden
ihn vor allem in der Kirche, doch auch im Ort selber. Besucher
können in dieser Kirche einen kunsthistorischen Rundgang
unternehmen, der sie vom romanischen Taufbecken bis zu einem
Relief führt, das unlängst aus dem Holz von abgeschlagenen Ästen
der Apostellinde entstanden ist.
Herausragendes und weithin sichtbares Kunstwerk ist die
romanische Kirche, eine Kreuzpfeilerbasilika aus der Zeit um 1180.
Das Klostergebäude daneben ist am Ende des 17. Jhs. entstanden,
wurde aber nach der Säkularisation 1810 teilweise abgerissen und
zum Schloss umgebaut. Im sogenannten Äbtissinenflügel ist ein
Rest des alten barocken Kreuzganges zu bewundern.


Wertvolle Schätze innerhalb des Kirchenraums aus der Spätgotik
um 1500 sind Ausdruck der Erneuerung des Klosterlebens durch
die Bursfelder Kongregation, der Gehrden 1474 beigetreten ist.
Zahlreiche Werke des Barock beeindrucken den Besucher, vor
allem die drei Altäre mit ihren üppigen Farben und Formen.
Barockkunst ist weiterhin zu bewundern in kostbaren Paramenten
und zwei Antependien.

Das Gehrdener Glockengeläut, eines der größten in Westfalen,
besteht aus neun Glocken. Die älteste klingt seit dem 13. Jh.
durch das Tal der Öse. Berühmte Künstler waren hier tätig:
Heinrich Papen, Johann Georg Rudolphi, die Orgelbaumeister
Schneider und Patroklus Möller. Letztere schufen bzw. erweiter-
ten die Orgel aus der Barockzeit.


Die bedeutendsten Werke im Orte sind Rathaus, Klostermühle, fünf
Bildstöcke und die Werke am und auf dem Rosenberg, einschließlich
der Katharinenkapelle. Der Rosenberg, der auch Katharinenberg
genannt wird, ist ein Kultberg mit ganz besonderer Ausstrahlung.
Er nimmt seit der zweiten Hälfte des  17. Jhs. am Karfreitag im
Zuge einer Kreuztrachtprozession Tausende von Menschen auf,
die als fromme Pilger und Kunstfreunde gleichermaßen in seinen
Bann gezogen werden. Kreuzwegstationen, Kapelle und Bildstock
sind sein hervorragender Schmuck.


Die Klostermühle wurde nach dem Brand von1708 durch die Äbtissin
Catharina Elisabeth von Haxthausen wieder aufgebaut. Das barocke
Rathaus, ebenfalls nach einem Brand neu errichtet, verkündet in
einer umlaufenden Goldschrift: "Wer will ein getreuer Ratsherr sein,
der darf nicht suchen Meiun und Dein, sondern das Beste der
ganzen Gemein(de)". Der schönste und künstlerisch wertvollste
Bildstock des Heinrich Papen überhaupt steht am Westausgang des
Ortes. Er stellt die Geißelungsszene dar.


Die wichtigsten Kunstwerke in der Kirche sind im nachfolgenden
Kirchenführer beschrieben. Er wird seit 2001 am Schriftenstand des
Gotteshauses angeboten.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   
                                                                   Herbert Dohmann 

 

zum Kirchenführer: Klosterkirche Gehrden

 

In den vergangenen Jahren wurden Kurzporträts von Kunstwerken
in Gehrden geschaffen. Diese werden hier in Bild und Wort
nacheinander vorgestellt.


Bisher erschienen:


1.  Der spätgotische Sippenaltar
2.  Das Rudolphibild am linken Seitenaltar
3.  Die spätgotische Pieta und andere Werke der Gotik
4.  Rechter Seitenaltar in der Klosterkirche in Gehrden
5.  Das Hauptportal der ehemaligen Klosterkirche in Gehrden
6.  Altar der ehemaligen Klosterkirche “St. Peter und Paul” in Gehrden
7.  Kunstvolle Barockmonstranz in Gehrden
8.  Kunstvolle Weihnachtsbilder unserer Region
9.  Zwei wertvolle Antependien
10. Der heilige Donatus
11. Wertvolle Barockorgel in Gehrden

Alle Bilder und Texte aus dem Bereich "Kultur" sind nur zu verwenden
nach Genehmigung durch den Verfasser.

 

In diesem Zusammenhang wird auch auf den Zeitungsartikel aus 
dem Westfalenblatt vom 17.04.2014 verwiesen:

Das außergewöhnliche Dreifaltigkeitsbild am Hochaltar in Gehrden